Energie und Klimaschutz

Energetisches Quartierskonzept "Dahmer Straße"

Wie bringen wir die Altbauviertel über die Energiewende?

Lageplan der klassifizierten Bau- und Baualterstypen der Gebäude (Darstellung: complan Kommunalberatung)Lageplan der klassifizierten Bau- und Baualterstypen der Gebäude (Darstellung: complan Kommunalberatung)

Wegen der steigenden Energiepreise und der Anforderungen des Klimaschutzes muss der Wärmebedarf von Wohngebieten deutlich gesenkt werden. Das ist gerade in den zentralen Stadtteilen aus der Gründerzeit und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die das Gesicht unserer Stadt ausmachen, problematisch. Die Gebäude mit dicken Wärmedämmungen zu umgeben ist weder bezahlbar, noch mit einem guten Stadtbild vereinbar.

Es müssen maßvolle und ökonomisch vertretbare Maß-nahmen zur

  • Senkung des Heizenergieverbrauchs und
  • zur Umstellung auf andere Versorgungsformen und
  • Wärmegewinnung aus klimafreundlichen bzw. erneuerbaren Energieträgern

entwickelt werden, die das historische Stadtbild wahren, und das Stadtviertel auch insgesamt städtebaulich aufwerten und wirtschaftlich beleben.

Der mit den gegenwärtig rentablen energetischen Sanierungsmaßnahmen erreichbare Stand wird spätestens in 20 Jahren, wenn die Energiepreise weiter gestiegen sein werden, weitere teure Investitionen erfordern. Gefragt sind langfristige Konzepte, die die Kosten des Wohnens auch sozial in einem verträglichen Rahmen halten.

 

Leerstand - Chance und Problem

Leerstand an sanierten, teilsanierten und unsanierten Gebäuden im Gebiet (Abb. complan Kommunalberatung)Abb. complan Kommunalberatung

Mehr als ein Drittel der Hauptgebäude stand 2009 im Gebiet teilweise oder ganz leer, unter den unsanierten Gebäuden sogar drei Viertel. Bei teilsanierten Gebäude gab es praktisch keinen Leerstand. Das Stadtviertel ist attraktiv, soweit seine Bausubstanz in Ordnung ist.

 

Häusertypologie für typische Maßnahmen
Vorherrschende Gebäudetypen

Um den Energiebedarf abschätzen und standardisierte Maßnahmen empfehlen zu können, wurden 5 Gebäudeklassen definiert, die sich hauptsächlich am Baualter orientieren. Über 70% der Gebäude entstand vor oder in der Gründerzeit.

Typ A - Vorgründerzeit: bis 1859

Anteil der als "Typ A - Vorgründerzeit: bis 1859" klassifizierten Gebäude im Gebiet

Typ B - gründerzeitliche Gebäude von 1860 bis 1918

Anteil der als "Typ B" klassifizierten Gebäude im Gebiet

Der Heizenergieverbrauch der Gebäude hängt oft mehr vom Nutzerverhalten ab als vom Sanierungszustand. Der Heizenergieverbrauch vollsanierter, teilsanierter oder unsanierter Gebäude differiert stark, weil er auch vom Verhalten der Bewohner abhängt. Oft wird in unsanierten Gebäuden besonders gespart, in vollsanierten Gebäuden dagegen sorgloser geheizt.

Zu den Wohnhäusern kommen nicht typisierbare Gebäude jeden Alters, die meist öffentlich zugänglich oder genutzt sind und auf großen Nutzflächen erhebliche Energiemengen verbrauchen. Auch das Luckenwalder Gymnasium mit seinem Altbau und mehreren modernen Gebäudetrakten muss gesondert untersucht werden.

Nicht typisierte Gebäude

Nicht typisierte Gebäude mit erheblichem Energieverbrauch werden gesondert betrachtet.

 

Energiebilanz – Handlungsmöglichkeiten

Den größten Anteil an der CO2-Emission hat die Heizung. Den größten Anteil an der Emission hat die Heizung.

Im Gebiet „Dahmer Straße“ liegt der pro-Kopf-Wärmeverbrauch etwas über dem Stadtdurchschnitt. Hauptsächlich wird Erdgas eingesetzt. Fernwärme wird fast ausschließlich in öffentlichen Gebäuden genutzt. Erneuerbare Energiequellen spielen noch keine Rolle.

Die vertiefend zu untersuchenden Teilbereiche enthalten entweder große Verbraucher oder viele zu sanierende Gebäude und eignen sich für Pilotprojekte. (Karte: complan Kommunalberatung) Die Teilbereiche enthalten entweder große Verbraucher oder viele zu sanierende Gebäude und eignen sich für Pilotprojekte. (Karte: complan Kommunalberatung)

 

Wie geht es weiter?

Das Energetische Quartierskonzept kann keinen „Königsweg“ zur energetischen Umstellung des Gebiets Dahmer Straße aufzeigen. Zur Energieversorgung sind kleine Blockheiz-kraftwerke mit kleinen Wärmenetzen am aussichtsreichsten, in denen auch erneuerbare Energie, z.B. nachwachsende Rohstoffe sowie Solarenergie eingesetzt werden. Die Studie schlägt fünf Teilbereiche zur vertiefenden Untersuchung und Entwicklung von Pilotprojekten vor.

Was möglich ist, müssen mutige Hauseigentümer, Projektentwickler und Haustechniker zeigen. Die Stadt möchte solche Projekte durch Beratung und den Einsatz eines Klimaschutzmanagers unterstützen.

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